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I tried it, I really tried it but I failed. I wrote some sentences in english and noted that my english story is proper for a five year old child - but not for me and you *sigh*. 
So I had to write the story in german.


Sturm

Der Wind hielt sich zurück – noch glaubte er der Sturmwarnung nicht, sauste nur ein wenig ruppig die leere Sandfläche entlang, versuchte, das Wasser zu kräuseln oder Muscheln zu verschieben, die Unebenheiten im Sand abzutragen.

Bei den Fußabdrücken gelang es ihm noch nicht. Sie waren groß und hatten einen kräftigen Eindruck hinterlassen. Es handelte sich um zwei Paar Spuren, regelmäßige Schrittweiten, Wanderer also.

Der Wind ging ein wenig spazieren, hier und da sah er in die Nischen bei den angrenzenden Hügeln, räumte alles Lose heraus und arbeitete sich dann weiter an der Wasserkante entlang. An einer Stelle hielt er an und wirbelte um die Fußabdrücke herum, die sich etwas gedreht hatten in Richtung Meer und auch tiefer in den Sand drückten.

Die Spaziergänger waren wohl stehengeblieben, mit dem Gesicht zum Wasser. Kurz daneben hatte sich ein Paar Fußabdrücke gewendet, die Eindrücke jetzt zum anderen Paar gerichtet.

Der Wind war ignorant, ihn kümmerte es nicht. Auch war es ihm egal, dass zwei Meter weiter alle Fußabdrücke völlig durcheinander waren, die Richtungen wechselnd, genau so wie die Tiefe, halb schräg, Drehungen auf der Stelle, vorwärts, rückwärts, der Sand aufgetürmt und mit tiefen Kratern.

Es gab wohl eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Spaziergängern, vielleicht auch einen Kampf. Ein Paar Fußspuren führen weg von der Stelle, mit kurzem Abständen und extrem tiefen Eindrücken, so als ob jemand gelaufen wäre. Dann stoppte die Spur, dort, wo ein tiefer Eindruck war. Die anderen Fußabdrücke hatten diese Strecke in regelmäßigen langen Abständen zurück gelegt und an der gleichen Stelle angehalten.

Der Wind wollte Sturm werden und wurde ungeduldig, er griff sich die Unebenheiten, türmte alles, was zu schwach war, in der Luft zu Sandspiralen hoch und peitschte das Wasser wie einen Sklaven. Er sammelte mehr und mehr Kraft, streckte seine Arme überall hin aus, und in einer Nische bei den Hügeln strich er auch über die Locken des einen Mannes, wirbelte sie hoch und drückte sie nieder. Der aber lachte nur, die Augen voll Glück, die Haut prickelnd von den Berührungen des Sturms, er warf seinen Kopf nach hinten und spürte gleichzeitig das Leben auf der Haut des anderen Mannes, sah Sturm und Hingabe in dessen Augen. Und als er die Hand zu ihm ausstreckte und federleicht mit einem Finger von der Stirn bis zum Mund des Mannes mit den glatten kurzen Haaren strich, da waren sie mitten im Wind und doch gab es ihn nicht, gab nur sie, immer nur sie.

Der Wind aber hatte sich längst viele Kilometer ausgedehnt, war schon Sturm, dann Orkan. So ewig wie die Liebe war er, und wie der Tod.


 

Comments

smirra
May. 18th, 2010 08:03 pm (UTC)
Die Pros geschichte ist ja wirklich ein Juwel, solange reicht der Rotstift gar nicht wie man da was ändern möchte.
Mit ner Armverletzung die Arme verschränken - solche unwahrscheinlichen Details liebe ich ja auch.

Die Erfahrung die ich mit deutscher fanfic (Harry Potter) habe ist, dass das eher was für Kinder ist. Psychologische Abgründe werden da nicht aufgerissen. Hab ich zumindest noch nicht erlebt.
Ich glaube die klassischen fandoms wie StarTreck waren in Deutschland nie so stark dass sich auch wirklich begabte erwachsene Schreiber dafür interessiert hätten. Leser gabs da aber keine Schreibkultur.
Und so machen wir es ja jetzt auch - wir quälen uns mit englisch ab.

Ich habe mein kleines ficlet auch gleich in englisch geschrieben, es gibt (noch) keine deutsche Fassung.
Das ganze Thema bearbeite ich im Hirn eigentlich schon so sehr in englischer Sprache, dass ich schreibender Weise in deutsch erst mal meinen Stil finden müsste, (jetzt mal angenommen ich hätte welchen).
Zum Beispiel auch die Sex-Szenen, die kenne ich in deutscher Sprache gar nicht in der selben Deutlichkeit.

Das ist schon ganz schön seltsam, wie man seine eigene Sprache da zurück lässt.
potztausend
May. 18th, 2010 08:45 pm (UTC)
Ich habe mal eben auf die Schnelle versucht, slash zu finden- hm, liest sich wie schlechter PRO slash, nur in deutsch:

"Jim horchte in sich hinein und er wußte, daß seine Zuneigung zu Spock schon lange tief in ihm verborgen war. Er hatte sie nur nicht sehen wollen, war blind gewesen in seinem Bemühen, dem Bild zu entsprechen, daß andere von ihm hatten, das er selbst auch von sich gehabt hatte.

/Spock, ich brauche Dich, ich liebe Dich!/, dachte er voll Sehnsucht nach dem Vulkanier. Doch er wußte auch, daß er seinem Freund nie etwas von seinen neuentdeckten Gefühlen berichten durfte. Er würde ihn womöglich als Freund verlieren, wenn Spock die Wahrheit erfuhr, und das wollte er auf keinen Fall riskieren."

Du meine Güte, da braucht man nur die Namen auszutauschen...

Ich hatte meine Geschichte in englisch angefangen, und es ging nicht. Es ist zu platt, zu einfach, und ich weiß nicht, wie ich sie verbessern könnte. Im Deutschen habe ich ein Gefühl für die Sprache, spüre, was sie für einen Charakter hat, was sie ausstrahlt. Und wenn mir etwas von meinen Sachen nicht gefällt, dann weiß ich, was ich verbessern muss, und bin zufrieden - oder ich lasse es halbfertig auf meiner Festplatte. Und da liegt ne Menge *g*.

Sexszenen in deutsch sind fast das Schwierigste zum Schreiben. Es wird klinisch, oder platt-schlüpfrig, oder albern. Aber die Faszination zwischen zwei Menschen zu beschreiben, eine Sinnlichkeit, und das, ohne permanent Körperteile abzuarbeiten - puh. Ich hatte mal ganz vorsichtig bei einer SH-Geschichte damit angefangen - es war nur Zärtlichkeit, noch kein Sex - und sie dann liegengelassen.

Also ich fände es gut, wenn deutsche Geschichten von verschiedenen fandoms gesammelt werden könnten, die nicht von schwärmerischen Schulmädchen geschrieben wurden, sondern zumindest ein durchschnittliches Niveau haben.
potztausend
May. 18th, 2010 08:54 pm (UTC)
Gerade musste ich etwas kichern - hab die K/S-Geschichte noch zu Ende gelesen:

""Ich möchte mit Dir zusammensein", flüsterte er leise und voll Sehnsucht in ein spitzes Ohr"
smirra
May. 19th, 2010 11:04 pm (UTC)
In Lord oof the Rings fanfic wird auch jede Menge in sensible Spitze Ohren geflüstert...

Immerhin ist diese Story nicht ganz so sehr dahin geluscht wie die Pros story. Aber man merkt dass deutsche Autoren offenbar das Thema noch lange nicht so ausgereizt haben wie internationale.
Der Stil ist sehr erklärend, eine Schwäche der man leicht verfallen kann, finde ich.
Erklärend, lehrerhaft und therapeutisch. Ich glaube das ist auch typisch deutsch.
potztausend
May. 20th, 2010 05:50 pm (UTC)
"Erklärend, lehrerhaft und therapeutisch" - ach mach die deutschen Geschichten nicht so schlecht, die englischen können das auch *g*.

Nee, ernsthaft: gerade bei SH gibt es das sehr stark: nicht das Lehrerhafte, aber das zu Tode diskutieren, das Übererklärende und Therapeutische. Dieses "ich liebe ihn, aber er darf nichts wissen davon, sonst sind wir keine Freunde mehr" - menno - ich weiß nicht, wie oft ich das nicht schon in englischen B/D und S/H stories gelesen habe.

Das sind dann 50 Zeilen am Anfang, in denen alle Gefühle beschrieben werden, anstatt sie zu zeigen, und dann kommen sie doch irgendwie zusammen - währenddessen hatte ich schon ab Zeile 20 weitergescrollt, auch über die Sexszene hinaus, weil da auch nur Standard abgearbeitet wird, und dann lese ich noch die letzten beiden Zeilen, beim Nachspiel, ob da noch was Interessantes ist. Näh danke.

Aber die richtig guten Geschichten ... hach *träum*
potztausend
May. 20th, 2010 05:58 pm (UTC)
Hast Du echt nur diese eine Geschichte geschrieben? Warum denn nicht mehr? Hm? Hm????